left side stories

Gesellschaftskritik im Deutsch-Türkischen Migrationskino

27.10. – 08.12.2016, bi’bak, Berlin

Die Arbeitsmigration nach Deutschland wurde im türkischen und deutsch-türkischen Film mehrfach thematisiert und war nicht nur eine Inspiration für viele Filme in der ‚goldenen‘ Yeşilçam-Ära, sondern war auch ein wichtiger Stoff für die deutsche Regisseure mit oder ohne türkischer Herkunft. Die Filmreihe Left Side Stories: Gesellschaftskritik im deutsch-türkischen Migrationskino setzt sich mit dem türkischen und deutsch-türkischen Filmen auseinander, die auf das Phänomen der Arbeitsmigration nach Deutschland und das Leben der sogenannten Gastarbeiter_innen eher aus einer gesellschaftskritischen Perspektive blicken und sich mit arbeitsrechtlichen Fragen sowie sozialer Gerechtigkeit, Klassenbewusstsein, Frauenemanzipation und den Lebensbedingungen der Gastarbeiter_innenkinder beschäftigen. Diskutiert wird auch, wie trotz der Verhandlung deutsch-türkischer Migrationsthemen in den Filmen die politische Sphäre der 1970er Jahre der Türkei die Filme und ihre Regisseur_innen maßgeblich beeinflusste.

In der Reihe wurde die Deutschland-Premiere von dem in 1979 in NRW gedrehten Spielfilm Kara Kafa (Schwarzkopf) von Korhan Yurtsever gefeiert. „Kara Kafa“ wurde nach seiner Fertigstellung von dem damaligen Zensurkomitee in der Türkei sofort mit der Begründung verboten, der Film verletze „die Ehre Deutschlands, der befreundeten Nation“. Der Film wurde in zwei Vorführungen zum ersten Mal in Deutschland gezeigt und zu diesem Anlass wurde der Regisseur für ein Künstlergespräch eingeladen.

Mehr Infos zur Filmreihe finden Sie hier.

Mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin (LEZ)

Kara Kafa (Korhan Yurtsever, 1979)