bitter things

Narrative und Erinnerungen transnationaler Familien

19.05 – 01.07.2018
DEPO, Istanbul
15.09. – 12.10.2018
Archive Kabinett, Berlin
17.11 – 16.12.2018
bunker 101, Köln

BITTER THINGS ist ein forschungsbasiertes Ausstellungsprojekt von bi’bak, das die Auswirkungen von Arbeitsmigration auf Mutterschaft und Familie aus der Perspektive von Arbeitsmigrantinnen und ihren Kindern untersucht. Ausgehend von Erfahrungen transnationaler Familien aus Vergangenheit und Gegenwart bringt die Installation Erzählungen mit Objekten zusammen, die in den Familien eine zentrale Rolle spielen.

Arbeitsmigration führt weltweit zu neuen Modellen der transnationalen Familie, die trotz geografischer Trennung versucht, ihren familiären Kontakt aufrechtzuerhalten. In der Zeit der Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren waren viele Eltern gezwungen, ihre Kinder zurückzulassen. Zu vereinnahmend waren die Arbeitszeiten, um die Kinderbetreuung nebenher möglich zu machen. Heute sind es vorwiegend Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die ihre Familien verlassen, um in ökonomisch besser gestellten Ländern ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch die Türkei als einstiges Emigrationsland ist heute zum Ziel für zahlreiche Arbeiter*innen vor allem im Bereich der Pflege aus Osteuropa, dem Kaukasus oder dem zentralasiatischen Raum geworden.

Doch wie definiert sich das Verhältnis von Eltern und Kindern neu, wenn Geschenke und materielle Unterstützung an die Stelle von gemeinsamem Erleben treten? Wenn körperliche Nähe hinter Kommunikationsprogrammen wie Skype und WhatsApp zurücktreten muss? Wie ergeht es dabei den Kindern und wie ihren Eltern? BITTER THINGS versammelt Positionen zum Thema von den 1960er Jahren bis heute.

Nachdem die Ausstellung im DEPO in Istanbul gezeigt wurde, ist BITTER THINGS nun im Archive Kabinett in Berlin zu sehen. Parallel zur Ausstellung findet im bi’bak ein Begleitprogramm mit Filmvorführungen, Vorträgen und Diskussionen statt. Zur Ausstellung ist eine Publikation mit wissenschaftlichen und literarischen Beiträgen, Interviews, Liedern und Fotos erschienen, die das Thema interdisziplinär beleuchtet. Order your copy here.

Konzept und Künstlerische Leitung: Malve Lippmann, Can Sungu
Ausstellungsdesign: Malve Lippmann
Redaktion, Forschung: Maike Suhr
Projektassistenz: Zeynep Dişbudak, Esra Akkaya,
Presse-und Öffentlichkeitsarbeit: Selim Özadar
Graphikdesign: Jan Grygoriew

In Kooperation mit Archive BerlinDepo Istanbul und DOMiD – Museum und Dokumentationszentrum für die Migration in Deutschland, Köln.

Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Rahmen der Spartenoffenen Förderung und mit freundlicher Unterstützung vom Goethe Institut Istanbul. Das Begleitprogramm im bi’bak ist gefördert durch die Berliner Landeszentrale politische Bildung

Archive Kabinett, Berlin, 2018
DEPO, Istanbul, 2018
bunker k101, Köln, 2018
Bitter Things, Publikation, 184 Seiten, Archive Books, 2018